Die NFN Norheim wollen neue Gruppen und Wagen zur Teilnahme am Rosenmontagsumzug motivieren
„Normale“ Nachwuchssorgen haben die Narren Freunde Norheim (NFN) keine. Seit sie nach der Fusionierung der beiden ehemaligen Norheimer Fastnachtsvereine FdF und NCN in der Kampagne 2009/2010 die Kinderkappensitzung wieder aufleben ließen, gibt es einen Nachwuchsboom, strahlen Präsident Stephan Senft und Pressesprecher Kay Wallraff. Bei den Aktiven sieht es ebenfalls bestens aus, und der NFN ist in den zwei Jahren seit der Gründung mittlerweile zum zweitgrößten Verein in der Weinbaugemeinde gewachsen. „Wir sind eine ‘Hausnummer’ in Norheim geworden“, sagt Wallraff stolz.
Aber: Der Rosenmontagsumzug kann noch etwas Zuwachs vertragen, damit diese Tradition, die es seit über 50 Jahren gibt, nicht einschläft, sondern fester Bestandteil der Norheimer Fastnacht bleibt. Der Zug 2010 war schön, aber klein, es war „superlustig und wir hatten viel Gaudi“, so Wallraff. Aber „es könnten 2 000 Zuschauer sein und nicht 200 wie jetzt“, erwartet Senft bei mehr Motivwagen und Fußgruppen. Schließlich geht die Fete nach dem Lindwurmspektakel in der Rotenfelshalle weiter.
Stetig habe die Teilnehmerzahl am Rosenmontagsumzug abgenommen, so Senft, und den Tiefststand gab es 2007, als der Zug ausfiel, weil niemand ihn organisieren wollte. „Der Zug ist unser karnevalistisches Problemkind.“
Doch so schnell geben Karnevalisten nicht auf, und ein Hoffnungsstreifen zeigt sich schon am Horizont. Senft hat alle Vereine und Institutionen aus der näheren Umgebung als Mitstreiter in spe angeschrieben, beziehungsweise ist noch dabei. 89 E-Mails sind schon versandt. Am Ende werden es 120 oder 130 sein. Und dann wird im Oktober/November nachtelefoniert. Durch „Werbegespräche“ auf Festen oder auf dem Kreuznacher Jahrmarkt kurbeln Wallraff und Senft außerdem die Mund-zu-Mund-Propaganda für das Unternehmen Rosenmontagszug an. Schön ist es, dass die Norheimer Vereine wieder mit im Narren-Boot sitzen. Das tun auch Cliquen wie die „Närrischen Hausfrauen“ oder der „Wodka-Verein“, und die Turnkinder haben schon im Juli nach dem Motto gefragt, um sich entsprechende Kostüme anzufertigen. „Wilder Westen“ lautet das Motto der kommenden Kampagne. Passende Utensilien zu dieser Vorgabe möchte auch der Nachwuchs im Kinderegarten wieder basteln, weiß Senft.
Wallraff gibt zu, dass der finanzielle Aufwand für den Bau eines Motivwagens groß ist und die Forderungen des TÜV auch nicht ohne sind. Der Abstand zum Straßenboden ist ebenso reglementiert wie ein Rutschschutz oder Haltegurte, und die TÜV-Abnahme kostet 100 Euro! Früher habe man einfach die Rolle vom Bauern nebenan genommen und sie geschmückt, erinnert sich Wallraff an die „gute alte Zeit“.
Aber Senft und Wallraff spekulieren nicht nur auf den Zuwachs rollender Zugteilnehmer, zumal die Route durch den alten Ortskern keine allzu ausladenden Wagen mit Kurvenmanövern verträgt, sondern auf Gruppen, „die herzlich willkommen sind“. „Jeder kann mitmachen“, lädt Wallraff ein und denkt dabei auch an Firmen, die Spaß an Jux und Dollerei an einem Nachmittag und Abend in Norheim haben, oder an private Teams.
„Wir sind Narren und machen etwas für Narren“, bekräftigen Senft und Wallraff ihr Credo, denn die Organisation eines solchen Umzugs ist enorm. Wagen und Gruppen können einfach nur kommen, mitfahren oder mitgehen und ihren Spaß haben.
Auch dieses Angebot steht: Gruppen, die noch keine Idee haben, wie sie sich lustig und fantasievoll präsentieren können, erhalten aus der Ideenschmiede des NFN gerne Anregungen. Behilflich sind die Narren Freunde Norheim auch bei der Sponsorensuche, und Wurfmaterial gibt es zur Unterstützung ebenfalls.